Anatomische Lehrsammlung
Die Kenntnis vom Bau des menschlichen Körpers findet seit langem in der Bevölkerung Beachtung. Das Institut für Anatomie und Zellbiologie will dem begrüßenswerten Interesse an anatomischen Zusammenhängen, die zu jeder Zeit und auch heute noch eine Grundlage der Medizin bilden, Rechnung tragen.
Die Dauerausstellung gibt den Besuchern einen Einblick in die historische Entwicklung der Sammlung, zeigt die Methoden zur Herstellung anatomischer Präparate auf und präsentiert in dem, nach topografischen Gesichtspunkten sortiertem Teil, ausgewählte Informationen zu Bau und Funktion des menschlichen Körpers.
Historische Exponate
In dem historischen Teil mit den ältesten Exponaten werden zahlreiche Unikate und sehr seltene historische Wachsmodelle, Gipsmodelle und ein Gall’scher Schädel gezeigt. Es sind aber auch optische Instrumente aus dem 19. Jahrhundert und alte Schriftstücke z.B. ein Präparatebuch von Jakob Henle oder ein Präparandenbuch ab dem Jahr 1844 ausgestellt.
Die historischen Ausstellungsstücke spiegeln im besonderen Maße die Geschichte und bedeutende wissenschaftliche Tradition des Instituts wieder. Im Raum O21 im Erdgeschoss werden die Skelette der beiden Räuber Schinderhannes und Schwarzer Jonas gezeigt.
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Anatomie als Modell
Im methodischen Teil der Ausstellung werden die verschiedenen Techniken vorgestellt, die damals und heute angewandt werden, um anatomisches Wissen durch Präparate oder Modelle zu vermitteln. An ausgewählten Beispielen werden die Herstellungsmethoden für Korrosionspräparate, Plastinate, mazerierte Knochen oder Eingußpräparate anschaulich erklärt.
Topografische Sammlung
Den Hauptanteil der Sammlung macht jedoch die topografisch geordnete Ausstellung aus, durch die anatomische und funktionelle Sachverhalte über den menschlichen Körper nahe gebracht werden. Diese beherbergt Präparate, die mit fast allen gebräuchlichen Techniken hergestellt wurden. Ergänzend zu diesem Thema werden auch einige Thoraxpräparate und anatomisch-pathologische Präparate gezeigt.
Anatomische Lehrtafeln
Die hier gezeigten Lehrtafeln wurden früher den Medizinstudenten und -studentinnen im Hörsaal präsentiert. Anhand dieser Abbildungen wurde weit vor den Zeiten von PowerPointPräsentationen Anatomie gelehrt. Die Zeichnungen sind auch unter künstlerischen Aspekten wertvolle Erinnerungen an die Medizinerausbildung um das beginnende zwanzigste Jahrhundert.
Im April 2006 wurden die Tafeln vom Medizinhistorischen Museum in Ingolstadt abgeholt, fachgerecht restauriert und seither auch dort gelagert.
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Wachsmodelle
Raum 026, Erdgeschoss
Die Wachsmodelle sind im frühen zwanzigsten Jahrhundert erstellt worden. Einige sind im hiesigen Institut, andere in den ‚Zieglerschen Werkstätten’ hergestellt worden.
Sie spiegeln das damalige starke Interesse an der Entwicklung des Menschen wieder, die 3D-Rekonstruktion embryologischer Themen gibt dies anschaulich wieder.
Es war viel Arbeit, ein Wachsplattenmodell zu erstellen; die technischen Möglichkeiten waren im Gegensatz zu heute sehr beschränkt. Die einzelnen Scheiben einer vorher erstellten histologischen Schnittserie mussten nachgezeichnet und anschliessend vergrössert werden. Die Vergrösserungen wurden auf Wachsplatten übertragen, mit einem erhitzen Messer ausgeschnitten und dann Scheibe für Scheibe zusammengeschmolzen. Das Objekt musste geglättet, darauf folgend koloriert und zum Schluss auf einem Sockel montiert werden.
